The Highland Games in Stirling

Pünktlich zum Wochenende gibt es wieder das wöchentliche Update aus meiner derzeitigen Heimat Edinburgh. Heimat? Richtig gehört…gelesen! Schön langsam fühl ich mich hier wirklich heimisch und lern die Schotten und ihre Art mehr und mehr zu schätzen. Etwas borstig, etwas sarkastisch und doch extrem herzlich und für jeden Spaß zu haben. Nun zu meinen „Abenteuern“…

Die Einladung zum Frühstück
Die Einladung zum Frühstück

Am Freitag hatten wir morgens unser altbekanntes EH6 Meeting, das auf den Morgen vorgezogen wurde, da der Culture Club der Agentur im Rahmen des „Summer of Love“ ein Frühstück eingeplant hatte. Was gab es zum Frühstück? Schon die Mail war kein Augenschmaus! Eigentlich hatte ich an dem Morgen absolut keinen Appetit auf die Rolls, aber Tami war so enthusiastisch als sie mich fragt, ob ich mit rüber zu T2 (unser zweites Office gegenüber in der Straße) kommen möchte, dass ich aufsprang und mitkam. Dort angekommen griff ich schlussendlich doch zu einem Glas Orangensaft. Nein, das konnte ich meinem Magen nicht antun. Nicht so frühmorgens. Und vermutlich auch sonst nicht. Ein lappriges Brötchen mit fettigen Würstchen und Speck und….iiiigiiit! Außerdem gab es noch Haggis Rolls, Bacon Rolls, usw. … Also kulinarisch sind die Schotten ja mal voll auf dem Holzweg!

Apfelstrudel von Falko Edinburgh
Apfelstrudel von Falko Edinburgh

Vermutlich hat es mich gerade deswegen am Nachmittag (wie ja schon in der Mail stand, hatten wir um 3 Uhr nachmittags Feierabend) nach Edinburgh zum Deutschen Bäcker Falko gezogen. Wie ein kleines Kind hab ich mich auf Brezen und Semmeln gefreut. War aber nix. Der Bäcker ist super mit dem 16er Bus zu erreichen, der genau von meiner Haustür zur Tür vom Bäcker fährt und innerhalb von 30 Minuten war ich am anderen Ende von Edinburgh. Zurzeit ist Festival Saison, da dauert die Strecke 1,5 mal so lange, wie normalerweise. Ich war für Brezen und Semmeln zu spät dran. Es lag lediglich noch Brot in der Auslage. Und als ich so da stand übermannte mich mein kulinarisches Heimweh und ich bestellte den Apfelstrudel, der so schön neben Sacher- und Schwarzwälderkirschtorte lag. Ich fragte nach Vanille-Eis. Gab es aber nicht. Also fett Schlagsahne dazu. Auch ok.

Samstagmorgen. Die Highland Games standen auf dem Plan! Ich war wieder sehr verzückt und startete meinen Weg zum Abfahrtspunkt von den Highland Explorer Touren an der Royal Mile. Ich muss sagen, ich war etwas enttäuscht vom Service. Da waren die von den Heart of Scotland Touren weitaus besser organisiert.

>> Ich hab  von den ersteren (Highland Explorer Touren) keine Bestätigungsmail mit weiteren Daten zu meiner Tour erhalten und musste mir TP und Abfahrtsort nochmals selbst von deren sehr unübersichtlichen Website zusammensuchen. Auch der Ablauf war mir nicht ganz klar. Ich hab halt vor der Zentrale auf den Busfahrer gewartet und bin in den Bus eingestiegen, als mich plötzlich ein Anruf erreicht, wo ich denn bin. Ich total verdutzt meinte „Im Bus?!“. Anscheinend hätte ich in die Zentrale rein müssen und „einchecken“ müssen. Ahjaa… Wie gesagt, da war das bei der Heart of Scotland Tour nach Rosslyn oder zum Loch Ness wesentlich einfacher. Ich hab eine schöne Bestätigungsmail mit den Infos for Dummies bekommen und der Busfahrer hat einfach auf einer Liste deinen Namen abgehakt. <<

William Wallace Denkmal Stirling
William Wallace Denkmal Stirling

Naja… Ich saß ja im Bus und es ging (nicht wie erwartet direkt nach Stirling sondern) zum William Wallace Denkmal, das jedoch eine tolle Aussicht über Stirling und auf das gegenüberliegende Schloss bat. William Wallace. Noch so ein Punkt, wo ich jedes Mal schmunzeln muss. Die Schotten sind seeeehr sensibel wenn es um diesen Schottischen Kriegsheld aus dem späten 13. Jahrhundert geht und vorallem im Zusammenhang mit der Verfilmung seiner Geschichte (bzw. nicht seiner Geschichte) von Hollywood und im Speziellen Mel Gibson. Im Film Braveheart wurde versucht die legendäre Schlacht gegen die Engländer nachzustellen und den Sieg der verhältnismäßig wenigen Schotten über die 50.000 Mann starke Armee der Engländer. Allerdings hat Hollywood rund 50 inhaltliche bzw. historische „Anpassungen“ getätigt, was ihnen die Schotten ziemlich übel nehmen! Alle meine Guides auf den Touren haben IMMER den Film genannt und wussten noch mehr Ungenauigkeiten und Fehler – alle waren sich jedoch einig, dass es einfach nur ein grottiger Film ist. Keiner konnte jedoch bestreiten, dass der Film unter anderem ihre Jobs sichert, da der Film seit 1995 Touristen ins Land bringt 😀

Radrennen auf dem Gras - Highland Games
Radrennen auf dem Gras – Highland Games
Highland Games 2015 in Stirling
Highland Games 2015 in Stirling

Es ging nach einer halben Stunde auch schon weiter zu den Spielen. Man kann sich die Highland Games wie eine Art Leichtathletik-Wettkampf vorstellen, der auf einem weitläufigen Feld stattfindet. Es werden Zelte aufgeschlagen, wo man Eintritt bezahlen darf und jede Menge Krimskrams Stände und Fressbuden. Schon hat man Highland Games. Achja… Die Duddelsack-Band darf nicht fehlen. Alles in allem: OK. Kein Muss. Die Attraktionen sind schnell zusammengefasst. Es werden Wettkämpfe in Laufen, Radfahren (auf einem hügeligen Grasfeld…) und Gewichtewerfen ausgetragen. Außerdem findet parallel ein Tanzwettbewerb statt, wo ein armer Duddelsackspieler den ganzen Tag gefühlte 100.000 Mal das selbe Lied pfeifft und Mädchen von ganz klein bis hin zu meinem Alter stets die selben Bewegungen vorführen.

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Das Süßeste, was ich je gegessen hab!
Das Süßeste, was ich je gegessen hab!

Allerdings war es ein schöner Tag draußen an der frischen Luft und ich genoss die Sonne und das Ambiente. Außerdem gönnte ich mir etwas wirklich verboten Süßes. Eine weiße Schokoladencreme auf klebrigen Keksboden und Marshmallows. Meega süß! Will ich so nie wieder haben. Aber geil wars 😀

Auch Sonntag hab ich noch von dem Zuckerschock geträumt. Allerdings bin ich Sonntag mit einem Sonnenbrand im Gesicht aufgewacht. Das hatte ich am Vortag so noch gar nicht bemerkt. Also ging es für mich wieder nicht zum Bäcker, um Brezen zu holen sondern in die nächste Apotheke für „After Sun“. Ich dachte ja nicht, dass ich das je in Edinburgh gebrauchen würde. So täuscht man sich… Der Sonntag verging sehr ereignislos. Ich hab wie üblich meine wöchentliche Pflicht erledigt und die Küche geputzt und weil anscheinend schon ewig niemand mehr das Bad geputzt hat und es mich schön langsam geekelt hat, hab ich das auch gleich geputzt – nach Deutschem Standard. Das Bad blitzt nun und man kann vom Boden essen 😉 Das hat Harris auch gleich wörtlich genommen, so durfte ich erstmal eine Müslischüssel vom Bad zurück in die Küche räumen. Der Kerl schafft mich nochmal. So etwas Verzogenes…

Ich freu mich schon wieder auf die kommende Arbeitswoche, da ich schön langsam wirklich eingearbeitet bin und mehr und mehr zu tun bekomme. Außerdem fasse ich schön langsam Vertrauen in mich und die Kollegen und trau mich immer mehr den Mund aufzumachen und zu reden. Anfangs hab ich mich das im Großraumbüro nicht so wirklich getraut, aber nach den Feiereien mit den Kollegen schwindet meine Hemmschwelle zunehmend.


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