Mein erster Fringe Festival-Besuch & Portobello

Die Woche ging mal wieder herum und am Donnerstag bin ich auch wieder ohne Kopfschmerzen aufgewacht und konnte weiterarbeiten. Überraschenderweise lag am selben Morgen ein Ticket für „Get Your Own Back“ (eine ehemalige TV Show für Kinder in GB) auf meinem Tisch. Ich hatte zunächst abgesagt, weil ich nicht 1,5 Tage die Woche krank sein, dann aber Freitag groß feiern gehen wollte. Da lag nun das Ticket. Ich war etwas verdutzt. Die Antwort war: Also wenn du nichts Anderes vor hast, dann komm doch mit. OK….

Picknick Atmosphäre am George Square
Picknick Atmosphäre am George Square

Nachmittags um 15.30 Uhr gings los. Natürlich nicht ohne dem ersten Bier. Für mich nur ein Mini-Cider. Einfach dem Umstand geschuldet, dass kein Wasser oder sonstige anti-alkoholischen Getränke da waren… Mit dem Bus ging es mitsamt der ganzen Crew in die Innenstadt. Ich war etwas aufgeregt, da es hieß da müssen Teams Aufgaben bestehen, um zum Schluss nicht in das Schleim-Becken zu müssen. Ich hatte Angst, dass da jemand aus dem Publikum geholt wird – es trifft bekanntlich immer die Deutsche. Gott sei Dank hatten die Macher der Show die Pärchen zuvor auf der Straße rekrutiert. Die Show war an sich witzig und amüsant. Zum Schluss wurde der große Schleim-Kübel über die beiden Verlierer gegossen. Nicht ganz ohne Schadenfreude.

Theater am George Square
Theater am George Square

Anschließend ging es zum George Square. Einem großen Platz, der mit Kunstrasen ausgelegt wurde und auf dem sich allerlei Theater, Bars und Imbissbuden tummelten. Und Menschen. Jede Menge Menschen. Es war wirklich das erste Mal richtig sommelrich warm und die Sonne schien so arg, dass ich sogar ein kleines Bisschen rote Backen bekam. Könnte aber auch am Gin Tonic gelegen haben – auch wieder dem Umstand geschuldet, dass ich keinen Stand für Wasser, Limo oder sonstiges fand. Die Jungs fingen an dem Glücksspiel zu verfallen. Es fing ganz harmlos mit einem Papierflieger-Wettbewerb an, bei dem sie um einen Drink wetteten – doch das war wie gesagt nur der Anfang. Es ging weiter zum Spiel „Five“ und endete bei Kopf oder Zahl. Und das ging fast drei Stunden andauernd so weiter. Es endete damit, dass manche knapp 30 Pfund bei „Kopf oder Zahl“ verloren und morgen (Montag) den Mitspielern auszahlen müssen… die spinnen, die Schotten! 😀

Nebenbei wurde natürlich ordentlich getrunken. Achja! Nicht von mir! Ich hatte inzwischen eine Wasserquelle gefunden. Nach einem kurzen Locationwechsel war der Abend um 12 Uhr beendet und ich lief mit Maria in Richtung Bus. Ich war froh nicht alleine im Festival-Gewirr unterwegs zu sein. Denn trotz der Uhrzeit waren die Straßen Edinburghs, besonders wegen des Wetters, noch ordentlich gefüllt.

Route zu Portobello
Route zu Portobello

Am nächsten Tag (Samstag) hieß es erste einmal ausschlafen! Gegen Mittag machte ich mich auf und fuhr rund 30 Minuten in das kleine Örtchen Portobello, das etwas östlich und direkt an der Küste liegt. Mein Reiseführer beschrieb Portobello als Stadtstrand von Edinburgh und Zufluchtsort vor der großen Sommerhitze. Nun gut, die Sommerhitze musste ich mir jetzt denken, aber ich war schon etwas aufgeregt! Endlich etwas Urlaubsfeeling. Meer, Sandstrand & doch wenigstens etwas Sonne. Ich hatte die ganze Zeit das Lied von Yasha im Kopf… „Lass uns zum Strand. Ich will mal wieder Meer und Sand…“

Strand in Portobello
Strand in Portobello

In Portobello angekommen war ich etwas enttäuscht. Das kleine Städtchen ist auch so „verlebt“ wie der Rest von Edinburgh. In die Jahre gekommen und einfach nicht von Grund auf saniert, sondern immer mal wieder ausgebessert. Naja… also erst einmal mit einem leckeren Sandwich in einer kleinen Bäckerei versorgt und runter, in Richtung Strand. Der Strand war eine Mischung zwischen Promenade und Liegefläche. Ich setzte mich zunächst in die Menge und futterte mein Sandwich. Nach einer Weile wurde mir das aber zu viel Rummel und die neben mir waren Deutsche. Überhaupt (kurzer Exkurs…) Deutsche im Ausland labern oftmals so viel Scheiße. Labern wir zuhause auch so viel Müll und fällt mir das nur im Ausland auf oder verhalten wir uns im Ausland einfach anders als zuhause? Wer mich hier mit Studien, Erfahrungsberichten oder Sonstigem versorgen kann… immer her damit!

Der erste Blick aufs Meer
Der erste Blick aufs Meer

Zurück zu meinem Ausflug: Ich schlenderte also die Promenade entlang, holte mir ne kalte Sprite und setzte mich in einen nicht so belebten Abschnitt weiter hinten, wo ich vor ein paar Lagerhallen im Sand lag. Nicht schön, aber ich richtete den Blick eh in Richtung Meer und sah den vielen Hunden beim Ballspielen zu und hörte Musik. Nach rund drei Stunden fing der Wind an unangenehm zu werden und blies mir jede Menge Sand an Stellen, die ich hier nicht näher ausführen möchte, also alles zusammengepackt und zurück nach Leith.

Der Bus hielt etwas zentraler in Leith und nicht an der Küste, in der Nähe von meiner Wohnung. Und so führte micht der Weg noch am Lidl vorbei, der (WUHU!!!) wieder mein Vollkornbrot hatte! Ich hab erstmal einen kleinen Tanz aufgeführt und mir noch schottische Erdbeeren und Himbeeren gegönnt. Das Obst hier in Schottland ist der Hammer! Kommt tatsächlich alles aus dem eigenen Land, schmeckt himmlisch und ist gar nicht teuer. Da könnten wir uns mal einen Scheibe von abschneiden.

Der Sonntag war ein seeeehr fauler Tag und wurde vorwiegend im Bett verbracht. Achja, ich durfte noch die Hausarbeit erledigen. Da mein „Cleaning-Day“ normalerweise der Freitag ist, ich da aber den ganzen Tag unterwegs war. Was Harris etwas geärgert hat (glaub ich), da Alex am Samstag auszog und er eine Wohnungsbesichtigung am Samstag hatte und die Küche (mein Part)…nunja…nicht 100% sauber war. Whatever. Ich stand Samstagmorgen noch seeehr verschlafen gegen 10 Uhr in meinem PJ in der Küche und machte mir mein Müsli, als es an der Tür klingelte. Harris spurtete an der Küche vorbei, bemerkte mich und hatte zumindest noch die Gnade mich kurz vorzuwarnen. Also sprintete ich ins Zimmer zurück und wischte mir zumindest kurz die verwischte Schminke aus dem Gesicht. Nachdem ich den kurzen Versuch machte, mir meine Haare zuordnen gab ich auf und dachte mir, dass der mich dann eh so sehen muss, wenn er einzieht. Also pure Realität. Der, der die Wohnung besichtete, zieht auch tatsächlich ein. Zusammen mit seiner chinesischen Ehefrau. So wird aus der dreier WG nun eine vierer WG. Das wird nun am nächsten Donnerstag, wenn die einziehen, morgens interessant. Ich war zuerst da! Ich hab das Bad schon immer um 7.45 – 7.55 Uhr gehabt!


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