Griechische Götter & über den Dächern Londons – Teil 2

Um Punkt 6 holte mich der Wecker aus dem tiefsten Schlaf meines Lebens. Wonach ich erst einmal 5 Minuten brauchte, um zu raffen, wo ich eigentlich war. Nachdem mein Kopf das mit sich selbst ausdiskutiert hatte, bin ich in die Dusche, hab mich angezogen, fertig gepackt und bin zum Bus gestiefelt. Der Bus ist ein normaler Stadtbus, der einmal durch komplett Edinburgh fährt und als letzte Station den Flughafen anfährt. Das dauert rund 1,5 Stunden und kostet £1.50 – Schnäppchen.

Sonnenuntergang über der Themse
Sonnenuntergang über der Themse

Am Flughafen angekommen, war gar nicht einmal so viel Zeit und ich marschierte schnurstracks durch die Kontrollen und zum Gate. Gut, spätestens jetzt muss ich zugeben, dass ich einen mega Kater hatte und die letzten drei Bacardi-Cola wohl lieber ungetrunken geblieben wären. Ich versuchte als möglichst letzter Passagier einzusteigen und erklärte den Stewardessen, dass ich mich etwas “nervös fühle” und ob ich vielleicht einen Platz am Gang bekommen könnte. Der Flieger war nicht wirklich stark besetzt – kein Problem. Der Flug war Hölle! Das war die Strafe, für den übermaßigen Alkoholgenuss am Vorabend. Gemäß Ryanair, hatten wir natürlich über eine halbe Stunde Verspätung und kamen gegen 13 Uhr in London an. Mit dem Flughafen-Shuttle ging es in die Innenstadt Londons. Noch einmal 2 Stunden Busfahren.

 

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Buckingham Palace
Kaum als Touris erkennbar
Kaum als Touris erkennbar

An der Victoria Train Station warteten schon Ramona, Marcel und Chrisi auf mich. Schön, wieder vertraute Gesichter zu sehen! Nachdem wir meine Oyster Card besorgten hatten, ging es zunächst mit der Tube nach West Kensington, um mein Gepäck in der Wohnung abzuladen und danach weiter in die City. Nach einem typischen Touri-Bummel von der Tower Bridge und einem leckeren Abendessen beim Italienier direkt an der Themse ging es zum Buckingham Palace und über den Big Ben zurück in Richtung Themse. Dort kehrten wir erneut ein und tranken noch einen Cocktail und futterten Nachos bevor wir zurück in Ramonas Department fuhren und alle fix und foxi in die Betten/auf die Luftmatratzen sanken.

Panoramabild von unserem Restaurant aus
Panoramabild von unserem Restaurant aus
Typisch Touri
Typisch Touri

So sonnig der Samstag war, so regnerisch war der Sonntag. Perfekt also für einen Ausflug nach Stratford in eines der grössten Westfield Einkaufszentren weltweit. Von den gefühlt 100 Millionen Menschen in London waren geschätzt 50 Millionen Menschen in diesem Kaufhaus. Läden wie Primark und Topshop waren einfach nur noch bis auf den letzten Quadratcentimter mit Menschen gefüllt. Aber geil wars! Wir sind mit vollen Einkaufstüten und leeren Geldbeuteln zurück und haben uns in Lichtgeschwindigkeit für den Abend auf dem Skygarden fertig gemacht.

The Skygarden – wobei das „garden“ hier ziemlich wörtlich zu nehmen ist

The Skygarden! Oh mein Gott… der schönste Aussichtpunkt auf dem ich je war. Der Skygarden ist eigentlich nicht anderes als der 35. – 37. Stock des Hochhauses in der 20 Fenchurch Street. Der Skyscraper wird auch spöttisch Walkie Talkie genannt und hat durch die Krümmung an der einen Seite Sonnenstrahlen so gebündelt, dass dadurch parkende Autos davor beschädigt wurden. Aber zurück zum Wesentlichen: Die Aussichtsplattform inkl. Bar auf dem 35. Stock – dem Skypod. Darüber kommen noch die Brasserie und ein sündhaft teures Restaurant.

 

Der Skygarden nach Sonnenuntergang
Der Skygarden nach Sonnenuntergang

Wir haben erst einmal eine Runde gedreht und die 360-Grad-Aussicht genossen. Und weil wir uns ja sonst nichts gönnen gab es anschliessend einen verboten leckeren Cocktail für stolze £11.50 und für mich ein paar Käsestangen. Mir hat es dort oben so gut gefallen, dass ich die anderen überredet hab, noch bis nach dem Sonnenuntergang zu bleiben. Chrisi war nicht ganz so erfreut und wollte eigentlich um spätestens 10 Uhr im Bett sein, da sie um 3 bereits wieder auf dem Weg zur Victoria Station und damit Richtung Flughafen mussten. Aber mein Vorschlag fand bei Ramona und Marcel Zustimmung, also wurde die zweite Runde geordert.

Einfach genießen
Einfach genießen

Nachdem wir nachhause gegangen und bei Ramona angekommen sind, haben wir noch ausbaldowert, wo genau Chrisi und Marcel nachts dann den Bus nehmen müssen – während Ramona zuhause noch das Nudelwasser aufgesetzt hat und einen Mitternachtssnack kochte. Die Spaghetti mit Tomaten-Basilikum Sauce und/oder Basilikum-Pesto waren schnell verschlungen und vier satte Bäuche legten sich aufs Ohr. Mitten in der Nacht schreckt mich Marcels Wecker, der genau neben mir lag, aus dem Tiefschlaf. Marcel und Chrisi machten sich auf den Weg. Ich hatte noch zwei Stunden Zeit, konnte jedoch nicht mehr richtig einschlafen. Kurz bevor mein Wecker klingelte, machte ich mich fertig und machte mich auf den Weg zur Tube Station. So wanderte ich alleine um 5 Uhr morgens durch die Innenstadt Londons. Sehr seltsames Gefühl, aber gleichzeitig so friedvoll. Nur hier und da jemand, der wohl schlürfend von der Schicht kommt oder zur Schicht (in einem der Hotels) marschiert. Kein Berufsverkehr. Keine Touristen. Nur ich, meine Reisetasche und der kalte Wind Londons, der mir um die Nase pfiff.

Mit unseren leckeren (und sündhaft teuren) Cocktails
Mit unseren leckeren (und sündhaft teuren) Cocktails

Der Rest des Tages war eigentlich realtiv unspektakulär. Flug nach Edinburgh. Edinburgh Shuttle nachhause. Zuhause Kohldampf. Essen. Danach ging es zum Lidl, wo ich die Süssigkeiten Abteilung plünderte und jede Menge “Typisch Deutsche”-Sachen mitnahm. Am nächsten Tag nahm ich nach der Mittagspause die Tüte mit der Schokolade und den Gummibärchen mit und breitete alles auf dem Tresen in der Küche aus. Heute (Mittwoch Mittag) ist nichts mehr übrig 🙂


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