Woche 3 von 12: Tour Nr. 3 – Rosslyn Chapel, Melrose & Hadrians Wall

Die Woche war wieder einmal vollgepackt mit Arbeit. Freitag gab es ein Team-Essen im Pub um die Ecke, im Nobles. Die anderen hatten Black Pudding mit Eiern und fette Burger und Fish’n’Chips – ich hatte die Tagessuppe. Mit dem fettigen Essen kann ich mich noch nicht so richtig anfreunden. Also ich mag Burger und Fish’n’Chips, aber nicht ständig. Deswegen die gesunde Alternative. Abends gab es ein sehr kurzes EH6 Meeting und dann hieß es: Feierabend. Nachdem ich zuhause meine Sachen für den nächsten Tag gepackt hatte, gings für mich auch schon ins Bett.

Die erste Etappe zur Rosslyn Chapel
Die erste Etappe zur Rosslyn Chapel

Am Samstag klingelte mein Wecker um 6.50 Uhr! Nachdem ich meine Packpläne frühmorgens nochmal umgeworfen und den Wintermantel doch zuhause gelassen hatte, marschierte ich zur Bushaltestelle, um in die Innenstadt zu fahren, von wo aus der Tourbus startete. Schon beim Gang zur Bushaltestelle hätte es mich fast weggeweht. Da hatte ich schon Bedenken, ob es nicht doch schlau gewesen wäre den Wintermantel mit einzupacken.

Der Tourbus war klein und schnucklig. Ein Sprinter mit 16 Sitzplätzen und bis auf zwei Plätze mit etwas älteren Menschen gefüllt. Eine Familie aus Dubai – mit Sprösslingen in meinem Alter – war dabei. Der Rest waren drei Alleinstehende Frauen im mittleren Alter und zwei Ehepaare auch eher jenseits der 40. Aber ok. Wir starteten in das nur 30 Minuten von Edinburgh entfernte Roslin, wo die weltberühmte Rosslyn Chapel steht.

Rosslyn Chapel von Innen
Rosslyn Chapel von Innen
Rosslyn Chapel von Außen
Rosslyn Chapel von Außen

Die Rosslyn Chapel wird im Buch von Dan Brown erwähnt und in der späteren Verfilmung des „Da Vinci Codes“ mit Tom Hanks gezeigt. Angeblich soll dort der Heilige Gral versteckt sein. Tatsache ist, dass es eine schöne, alte Kapelle ist. Das findet auch der Kater William, der in der Kapelle seinen Stammplatz hat. Zuerst dachte ich, dass das ein Scherz sei und die Katze, die da auf einer der Bänke lag nur eine ausgestopfte Katze ist, aber später hab ich dann gesehen, dass es sich da wirklich eine schwarze Katze mit weißen Pfoten bequem gemacht hatte. Leider war das Fotografieren innerhalb der Kapelle verboten, doch ich konnte einen kurzen Schnappschuss wagen.

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Rosslyn Chapel von Außen

Ich hätte geren mehr Zeit gehabt, um die Gegend um die Kapelle zu erkunden. Das spannendste war eigentlich die „Führung“ um 10 Uhr, bei der man es sich in den Kirchenbänken gemütlich machen konnte und eine Frau über die Entstehung und den Werdegang der Kapelle und der Gründerfamilie Sinclair erzählte. Auch die Besucherzahlen sind faszinierend. Als das Buch von Dan Brown erschien und sich zum Bestseller entwickelte konnt man statt der üblichen 18.000 Besucher im Jahre plötzlich 30.000 Besucher in einem Monat vermelden. Als schließlich der Film mit Tom Hanks in den Kinos erschien wurden es in dem Monat danach rund 100.000 Besucher. Die Besucherzahlen senkten sich natürlich wieder, doch der Andrang ist immernoch hoch. Durch die zahlenden Besucher konnte das alte Sandsteingemäuer grundlegend saniert werden und ein Besucherzentrum errichtet werden. Das Besucherzentrum  haben die aber meiner Meinung nach eindeutig zu nah an die Kapelle hingepflanzt. Das hätte man in den kleinen Ort auch schöner einbetten können.

Die zweite Etappe nach Melrose
Die zweite Etappe nach Melrose
Melrose in Schottland
Melrose in Schottland

Nach der Rosslyn Chapel ging es nach Melrose. Ich kannte den Ort zuvor nicht, aber es ist ein kleines, süßes Örtchen, dass ganz auf Touristen ausgelegt ist. Nachdem ich mir mein Mittagessen beim Traditionsmetzger im Dörfchen geholt hatte (ein herzhafter Steak Pie…mmhhm lecker!) setzte ich mich ein bisschen auf den Dorfplatz und ass in Ruhe meinen Pie. Was gar nicht so leicht war, weil der Blätterteig ganz schön bröselig war und mir der Wind fast jeden Bissen auf der Gabel beinahe weggeweht hätte.

Mein Mittagessen: Steak Pie
Mein Mittagessen: Steak Pie
Melrose Abbey
Melrose Abbey

Nachdem der Pie vertilgt war, ging ich weiter und spazierte zur Abbey von Melrose. Die Schotten sind ja nicht blöd und durchaus sehr geschäftstüchtig, deswegen bauten sie einen Zaun um die Abbey und setzten an eine Stelle ein Kassenhäuschen. Nun muss man für die Besichtigung der Abbey £5.50 zahlen oder ermäßigt £4.40. Aber auch ein Deutscher Sparfuchs ist ja nicht doof. Was muss ich innerhalb der Ruinen mit einem Audio-Guide herumlaufen, wenn die Schotten einen einsehbaren Zaun herumaufstellen… Die paar Pfund hab ich mir gespart und nur von außen geguckt und fotografiert.

 

Die dritte Etappe: Hadrian's Wall
Die dritte Etappe: Hadrian’s Wall

IMG_6158Anschließend folgte die Fahrt über die Grenze nach England. Es ging in Richtung Süden und zur Hadrian’s Wall. Auch ein Bild, dass man bestimmt schon hunderte Male gesehen hatte, aber nie richtig zuordnen konnte. Die Hadrian’s Wall ist ein Überbleibsel der Römer im Vereinigten Königreich. Die Römer hatten damals England eingenommen, konnten aber die brutalen Stämme im Norden nicht bezwingen. Und weil sie Angst um ihre eroberten Gebiete im Süden hatten, errichtete der Herrscher (Hadrian) eine Schutzmauer aus Stein. Drei Metter hoch und mehrere Kilometer lang zog sich die Schutzmauer durch das heutige England.

IMG_6161IMG_6199Das Wetter war grausig. Es war kalt und nass. Ich konnte es nicht glauben, dass uns der Guide auf den Hügel hochscheuchen wollte, auf dem die Römer ein Fort errichtet haben, um die Hadrian’s Wall auch durch Soldaten verteidigen zu können. Der Guide gab uns den Tipp, dass man unten im Visitor Center zwar eigentlich Eintritt bezahlen müsste, aber oben am Fort niemand kontrolliere. Also bin ich einfach mal durchspaziert und hab mir somit £6 Eintritt gespart.

IMG_6186Oben angekommen war es wirklich kein Zuckerschlecken. Der Wind pfiff einem um die Ohren und ich hatte nur meine Lederjacke an und bereute ein weiteres Mal, dass ich meinen Wintermantel im Schrank (in meinem Zimmerchen in Edinburgh) hängen lassen hab. Also Plan B und mit dem Schal eine Art Kopftuch gebunden. Bin ja sonst kein Freund von Selbstportraits, aber das musste ich dann doch einmal für die Nachwelt festhalten 😀

Die Schottische Landschaft - Blick aus dem Bus
Die Schottische Landschaft – Blick aus dem Bus
Meine erste Tour durch Schottland
Meine erste Tour durch Schottland

Eine halbe Stunde früher als geplant, waren alle wieder im Bus. Manche hatten den Aufstieg gar nicht gewagt und sind nur im Besucherzentrum geblieben. Andere hatten wie ich das Schnellprogramm durchgezogen, ein paar Fotos gemacht und anschließend den Rückweg angetreten. Die Rückfahrt war ereignislos, außer einem kleinen Stopp in Jedburgh gibt es nix zu berichten. Außer, dass alle Englisch-Leute spinnen. Die Amis und Schotten im Bus haben halt echt noch nach der Klimaanlage verlangt. Ich saß mit meinem Pulli, Lederjacke drin und hab ohne Ende gefroren und als die Frage kam, ob die Klimaanlage gewünscht wird und ich laut und deutlich NO! geschriehen hab, hat es nix genützt – ich wurde überstimmt. Die spinnen, die…Englischler.

 


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