Die 2. Woche in Edinburgh

Die Woche war eigentlich voll mit Arbeit. Und wenn ich abends nachhause gekommen bin, bin ich in die Küche, hab mir etwas zu Essen gemacht und bin in mein Bett. Eigentlich so wie zuhause auch. Samstagmorgen hab ich meinen inneren Schweinhund überwunden und hab mir meine Laufschuhe angezogen und bin ein bisschen durch Leith gejoggt. Altbekannte Strecke hinten am Wasser entlang, in Richtung Great Britannia. Ich bin nach nur wenigen Metern ganz schön außer Atem gekommen, weil der Wind echt ganz schön heftig war und wie eine Wand gegen mich geklatscht ist (ok, und weil ich unsportlich bin).

 

Great Britannia von Außen
Great Britannia von Außen

Aber das hier ist ja kein Fitness-Blog, deswegen bin ich die kleine Runde fertig gelaufen und zum Schluss noch an einem kleinen Markt vorbeikommen. Da gab es megafrisches Vollkornbrot. Nur leider hatt ich zu wenig Geld dabei, um mir eins zu kaufen. Außerdem hatte ich am Vortag erst Toastbrot im Supermarkt gekauft… Pech!

 

Nach dem großen Run bin ich erst einmal zurück und hab geduscht. Anschließend hab ichs mir mit jeder Menge Broschüren im Bett bequem gemacht und mir meinen Freizeitplan für die nächsten Wochen zusammengestellt:

Sa., 18.07. – Tour Rosslyn Chapel, the boarders & Hadrian’s Wall (also der Süden Schottlands inkl. der Grenze zu England)

Fr., 24.07. – Sommerfest meiner Arbeit (deswegen hab ich meinen Flug nach London auf Samstag verschoben)

Sa., 25. – 27.07. – London

Sa., 01.08. – Loch Ness & the Highlands (also der Norden Schottlands inkl. der Suche nach Nessi)

Sa., 15.08. – Highland Games Tours

Fr., 28.08. – Military Tattoo Festival

Das artet vermutlich schon wieder in Freizeitstress aus. Aber ich freu  mich schon und werd so viele Fotos wie irgendwie möglich machen. Vielleicht kommt mir auch noch die eine oder andere Tour dazwischen.

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Tour-Guide Richard

Nachdem der Masterplan für die kommenden Wochenenden stand, hab ich mich heute um 14 Uhr auf die Socken gemacht und bin in die Innenstadt gefahren. Genauer: Old Town. Am berühmten Pub Greyfriars Bobby’s (dessen Story ich nochmal extra erzählen muss) war Treffpunkt für den Harry Potter Trail. Ja, ich weiß. Ich bin ein Nerd. Aber es war wirklich witzig. Auch wenn ich schmunzeln musste, als wir den auf offener Straße hinter unserem Tour-Guide hinterher gewatschelt sind. Der Guide war nicht sehr dezent gekleidet und nicht gerade unauffällig in seiner Erscheinung. Aber wirklich witzig und hat interessante Fakten über eine erfolglose Autorin erzählt, die unfassbares Glück hatte und einen Welterfolg feiern durfte, den man sich so wohl kaum hätte träumen können.

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Das Grab von einem gewissen Thomas Riddell

Wir starteten die Tour mit unserem Guide Richard am Greyfriars Kirkyard, wo sich Rowling einiges an Inspiration geholt hat. Zum Beispiel liegen dort der ziemlich erfolglose Poet William McGonagall und ein gewisser Herr Thomas Riddell begraben. Jemandem, der die Bücher gelesen hat, werden die Namen bekannt vorkommen. Außerdem gab es zwischendurch immer wieder kleinere Zaubervorstellungen, wo die Kinder (und auch Erwachsenen) die ausgeteilten Zauberstäbe nutzen durften. (Ok, das war mir dann doch zu nerdig.)

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Kleine Zaubertricks zwischendurch

Alles in allem aber sehr witzig. Und mit sehr viel Einsatz und Engagement gemacht. Die Kinder und auch die Erwachsenen waren alle mit Eifer dabei. Ich hätte mehr Kids erwartet, aber das Publikum waren doch eher junge Erwachsene. Hm…wie ich? Nach rund 1,5 Stunden war der ganze Zauber, im wahrsten Sinne des Wortes, auch schon wieder vorbei. Die ganze Führung war kostenlos, aber ich hab 5 Pfund Trinkgeld gegeben.

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Die vergoldeten Handabdrücke von J. K. Rowling

Zum Schluss noch eine witzige Geschichte aus meinem Leben… Ich bin die Royal Mile hinunter, um wieder zum Bus-Stop zu kommen und nach Hause zu fahren. Da fällt mir ein Laden mit Postkarten auf. Typischer Touri-Shop. Ich also hin und hab jede Menge Postkarten ausgesucht und rein zum Bezahlen. Da hat mich der Verkäufer gefragt, ob ich noch Briefmarken brauche, ich überlegt und als er mich fragt woher ich komme, geantwortet „Germany“. Da meinte er, das hätte er schon geahnt, denn meine Augen sind so wahnsinnig blau. Ich hab das nicht zum ersten Mal in meinem Leben gehört (danke Papa für das Genmaterial) und nur verlegen gelächelt. Der Typ hat aber nicht aufgehört und mich gefragt, wie lange ich hier bin und wie es mir gefällt und und und… Zum Schluss hab ich noch eine ganz Liturgie an Komplimenten für die deutschen Frauen und für mich im Speziellen zu hören bekommen. Ich bin relativ schnell wieder raus, weil ich dann doch ziemlich rot angelaufen bin 😀

Der Sonntag (ich schreib jetzt mal in der Zukunftsform) wird realtiv chillig. Ich muss endlich mit meiner Projektarbeit für die Uni anfangen. Also werd ich mich im Bett einmummeln und Literatur-Recherche machen. Juhu… aber nach dem langen Tag heute und der Aussicht auf die ereignisreichen Wochenenden, die ich jetzt geplant hab, auch nicht das Schlechteste.


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