Der Einzug, der letzte freie Tag & der erste Arbeitstag

Montag. Frühmorgens machten wir uns auf und packten die Koffer. Nach dem Check-Out im Hotel ging es auf zur Wohnung. Dort angekommen, fanden wir einen verdutzten Harris vor, der im Bademantel herumlief. Wir hatten uns erst für nachmittags angekündigt. Allerdings sollte es sich zeigen, dass ich ihn noch öfter im Bademantel sehen sollte. Wir stapelten die Koffer und machten uns schnurrstracks auf den Weg zu ASDA. Einer Handelskette, die so gut wie alles hat und das 24 Stunden, 7 Tage die Woche. Wir schaufelten Decken, Handtücher und Bettbezüge in die Einkaufswägen und machten uns auf den Rückweg. Das Zimmer war nun bezugsfertig und ich somit eingezogen. Hurra!

Altes Schloss von Edinburgh
Altes Schloss von Edinburgh

Wir machten uns in Richtung Innenstadt auf und suchten an der Waverly Bridge nach den bunten Doppeldecker-Bussen, die sich ihren Weg quer durch die Straßen Edinburghs, vorbei an den Sehenswürdigkeiten, schlängelen. 14 Pfund leichter (Währung – nicht Kilos), stiegen wir ein und drehten die Hälfte der Tour. An der Royal Mile sprangen wir aus (eigentlich eine Station später, weil wir verschlafen hatten – wir sind den Weg dann aber zurückgelaufen) und bahnten uns den Weg zum Dungeon von Edinburgh.

Was ist ein Dungeon? Im Dungeon wird die gruselige und schaurige Geschichte einer Stadt erzählt. In Edinburgh beispielsweise gab es bereits früh eine Lehranstalt für Medizin, die zu Schulungszwecke viele frische Leichen brauchte. Dadurch ergab sich eine Art Schwarzmarkt für Leichen und wo keine Leichen waren, da wurden welche geschaffen. Die Geschichte jener Mörder (beispielsweise Burke & Hare im Jahre 1828) und deren skrupellosen Komplizen wird auf sehr gruselige Art und Weise erzählt. (Dungeons gibt es auch in London, Hamburg,… usw. Dort werden die Geschichten der ortsansäßigen Verbrecher erzählt.)

Schloss der Queen in Edinburgh
Schloss der Queen in Edinburgh

Vom gruseligen Dungeon ging es weiter, am Schloss der Queen und dem Parlament vorbei, zum Calton Hill. Einem Hügel (die Mannheimer würden jetzt „Berg“ sagen), der sich im Osten der Stadt über Edinburgh erhebt und eine wunderbare 360° Aussicht auf Edinburgh, den Fjord und die Nordsee bietet. Wir sprangen wieder auf den Sightseeing-Bus auf und ließen uns wieder in das Stadtzentrum kutschieren. Dort machten wir uns hungrig auf die Suche nach etwas Essbarem und vielen in die Filling Station ein. Nachdem wir satt und zufrieden waren, ging es auch schon wieder Richtung „Zuhause“, wo meine Freundin und ich die letzte Nacht zusammen verbringen sollten. (Klingt auch beim 2. Mal durchlesen noch komisch…vllt fällt mir da noch etwas weniger Zweideutiges ein.)

Dienstag. Um 8 Uhr klingelten die Wecker und wir machten uns fertig. Ich für meinen ersten Arbeitstag und meine Freundin für ihre Abreise. Um 9.15 Uhr wankelte ich um die Ecke in die Arbeit und stellte mich vor. Die Edinburgher Arbeitskollegen sind alle sehr nett. Nett wie alle Briten. Und es waren viele. Ich schätze, dass rund 60 Leute hier im Büro in Edinburgh arbeiten. Ich wurde zunächst herumgeführt und mein PC wurde eingerichtet. Nic, die Personalerin führte mich herum und zeigte mir alles, außerdem gab es noch Organisatorisches zu erledigen. Danach schnappte Vicky mich und eine weitere „Neue“ (eine Masterstudentin, die auch erst ihre 2. Woche hatte) und zeigte uns im Meeting Raum eine kleine Präsentation, wo das Thema Outreach und Engagement erklärt wurde. Bzw. die Auffassung des Teams in Edinburgh davon. (Das wird vermutlich eher Kollegen aus München nun etwas gesagt haben…) Zudem wurde ich gleich in das nächste Meeting mit hineingeschoben, wo ich bis jetzt nicht weiß, welches Team sich da gerade zusammengefunden hatte. Wir haben witzige Videos geguckt und verschiedene Kampagnen rund um das Thema Wimbledon durchstöbert. Wie gesagt, keine Ahnung warum.

IMG_5911Gegen halb 2 machte ich mich, nach einem kleinen Abstecher in meine Wohnung, auf den Weg in die Innenstadt. Dort traf ich mich mit meiner Freundin, die ihren Koffer entgegennahm, den ich ihr mitbrachte. Wir mussten uns verabschieden und ich war nun auf mich alleine gestellt. Schnell hastete ich zur Bank, um einen Bank Account zu eröffnen – gar nicht mal so leicht bei dem schottischen Akzent. Bei der Frage, ob ich alles verstehe, was mir erklärt wird und der Bankangestellte ein Kreuzchen bei Ja oder Nein setzen musste, hab ich glatt versagt. Beim dritten Mal nachfragen, hat er mir einfach seinen Bildschirm hingeschoben und nach dem Lesen musste ich lachen und meinte, dass ich Englisch verstehe, aber mir sein schottischer Akzent zu schaffen macht. Daraufhin musste er auch schmunzeln und begann mit mir über Gott und die Welt zu plaudern. Ich hätte ja gerne höflich zurück geplaudert, aber es war anstrengend genug seine Fragen bzgl. meines Bankkontos zu beantworten, da war ich froh, als nach einer halben Stunde alles erledigt war und ich ein Bankkonto hatte.

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Altes Schloss von Edinburgh

Zurück in der Arbeit bekam ich meine erste Aufgabe und machte mich daran. Um 17.30 Uhr began es plötzlich unruhig zu werden. Ich wusste zwar, dass die Arbeitszeit 9 – 17.30 Uhr ist. Aber dass sich daran jemand hält, dachte ich nicht. Also machte ich mich um 17.44 ebenfalls auf den Heimweg (als eine der letzten) und war um 17.45 Uhr in meinem Zimmer.


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