Wohnungssuche in Edinburgh – Teil 2

Der Sonntagmorgen startete früh. Um 8 riss uns der Wecker aus dem Bett und eine Stunde später machten wir uns auf den Weg zu Harris. Der hatte ein Zimmer direkt um die Ecke meiner Arbeit zu vermieten. Diese Wohnung war auch schon im Vorhinein mein Favorit. Wir kamen an und suchten nach der Nummer 44, als wir auf der anderen Straßenseite einen blassen, rothaarigen Kerl sahen, der gerade Mülltüten wegbrachte. Wir gingen beim Wechseln der Straßenseiten aneinander vorbei und standen vor der blauen Tür der Nummer 44.

Ich suchte verzweifelt nach der E-Mail, wo hoffentlich die Wohnungsnummer drinstehen würde, als der Kerl zurück kam und meine Freundin ihn kurzer Hand ansprach und fragte: „Are you Harris?“. Der Kerl nickte und schüttelte uns die Hände. Er schloss die Wohnung auf und fing an zu plappern. Hui… er plapperte schnell und er plapperte viel. Er führte uns die Treppen in den ersten Stock hoch. Dort angekommen schloss er die Tür Nummer drei auf und führte uns in die Wohnung. Der Flur war dunkel und hatte hohe Decken. Er führte uns durch in das Wohnzimmer und bat uns an, uns niederzusitzen. Er stellte sich kurz vor und fragte, was ich denn mache und wie lange ich bleiben würde, nachdem das geklärt war, zeigte er uns das kleine Zimmer. Es war klein, sauber und hatte ebenfalls hohe Decken und ein großes Fenster.

Wir guckten uns weiterhin das Bad und die Küche an. Außerdem gab es noch ein drittes Zimmer, neben Harris und meinem, das gehörte Alex einer weiteren Mitbewohnerin. Alles in allem war das zwar bedeutend älter als die Wohnung am Vortag, aber dafür sauberer obwohl es unordentlich war. Dafür entschuldigte sich Harris allerdings, da er und seine Freunde am Vorabend eine Pub-Night gemacht hatten und zuvor bei ihm vorglühten. Abermals hieß es danke sagen und nett lächeln.

Von Leith ging es weiter nach Granton, dort – ebenfalls an der Küste – wartete Gaoussou auf uns, der ein Zimmer in einer 2er-WG frei hatte. Das Viertel war sehr, sehr dreckig und sah eher nach einer heruntergekommenen Sozialbau-Wohnung aus. Das war schonmal definitv nicht eine Gegend, wo man gerne hinzieht. Nichtsdestotrotz waren wir schon einmal da und wollten uns die Wohnung ansehen, wir hatten ja auch schließlich einen Termin. Als wir endlich das Haus mit der passenden Wohnung fanden, wären wir am liebsten schon im Treppenhaus wieder abgehauen. Oben erwartete uns ein Dunkelhäutiger mit sehr stark geröteten Augen, der uns in seine vier Wände bat. Und es waren wirklich nur vier Wände. Die Mini-Wohnung war karg eingerichtet und sah aus wie schon im Hausflur zu erwarten war – katastrophal! Wir machten gute Miene zum bösen Spiel und verabschiedeten uns so schnell es ging.

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Danach war klar: Es wird die Wohnung bei Harris. Dennoch machten wir uns noch auf, um eine letzte Wohnung anzusehen. Die lag in der Barony Street, die genau zwischen Zentrum und Arbeit (Leith) lag. Allerdings rief ich vor der Tür Layla – die Vermieterin – an, die mir klar machte, dass das Zimmer bereits vergeben war. Erschöpft machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel, von dort aus versuchte ich Harris zu erreichen, um alles fix zu machen. Wir verabredeten uns mit ihm um 15.30 Uhr wieder in seiner Wohnung und machten uns im Hotel frisch. Daraufhin ging es erneut nach Leith und nachdem ich einige hundert Pfund leichter war, hatte ich die Schlüssel zu meiner neuen Wohnung in der Tasche. Wir verabschiedeten uns und machten uns abermals auf den Weg in die Innenstadt. Dort aßen wir eine Kleinigkeit und machten die ersten Schritte von New Town in Richtung Old Town.


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